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Interviews

Die Qualität einer jeden Vermittlung steht bei uns im Vordergrund

21.03.2010


Ilona Baumeister
In diesem Interview stellen wir den Verein "Grenzenlose Tierliebe e.V." vor. Wir sprachen mit Ilona Baumeister, die zusammen mit Ihrem Mann diesen Verein gegründet hat.

Frau Baumeister spricht darüber, wie Sie zur Veganerin wurde, für welche Ziele der Verein steht und wie man selbst die Arbeit unterstützen kann.





vitavegetare: Frau Baumeister, Sie sind die Gründerin von "Grenzenlose Tierliebe e.V." Woher stammt die Idee und wann haben Sie den Verein gegründet?

Ilona Baumeister Bereits vor 20 Jahren haben mein Mann und ich uns, aus ethischen Gründen, entschlossen, unser künftiges Leben tierprodukt- und somit tierleidfrei zu geniessen. In den darauffolgenden Jahren, habe ich mich dann auch intensiv mit dem daraus positiv, resultierendem, gesundheitlichem Aspekt beschäftigt und auch viele Seminare besucht.

Gleichzeitig wollten wir natürlich unbedingt noch mehr dazu beitragen, das unglaubliche, tägliche Leid der Tiere, zu schmälern und die Menschen zu einem Umdenken zu bewegen. Aus diesem Grund gründeten wir 1996 den Vegan-Versand "Lebenswert" und eröffneten im Jahr 2000 zusätzlich einen 200m² großen, veganen Naturkostladen.

Bereits in diesen Jahren kümmerten wir uns privat immer um hilfsbedürftige Tiere, welche wir bei uns aufnahmen. Außerdem unterstützen wir während dieser Zeit, sowohl aktiv, als auch durch Spendenaktionen, verschiedene Tierschutzorganisationen.

Aufgrund der steigenden Zahl an vegetarischen und veganenen Versendern, sowie einem gestiegenen Bio-Angebot im Supermarkt, entschlossen wir uns 2003 zur Aufgabe des Versands und Ladens. Es ergab sich für uns die Möglichkeit mit den Tieren, ins Elsass zu ziehen, wo wir seither leben und von wo wir auch unserem Beruf, von Zuhause aus nachgehen, können.

Von 2003 bis 2005 erweiterten wir unsere Erfahrungen im Tierschutz, sowohl durch die ehrenamtliche Mithilfe bei verschiedenen Tierschutzvereinen als auch in Pflege- und Auffangstationen in anderen europäischen Ländern.

2005 gründeten wir dann den Verein Grenzenlose Tierliebe e.V.

vitavegetare: Was sind die Hauptziele von "Grenzenlose Tierliebe e.V."? Bzw. welche langfristigen Ziele verfolgt der Verein?

Ilona Baumeister Grundsätzlich liegt uns natürlich jegliche Vermeidung von Tierleid am Herzen und wir finden es furchtbar, dass Tiere zu s.g. "Haus"- "Nutz" - u. "Schlachttieren" degradiert werden. Alle sind leidensfähige Wesen, welche Schmerzen und Angst genauso empfinden wie wir.

Langfristig möchten wir versuchen, die Einstellung der Menschen, gerade außerhalb Deutschlands, zu ändern. Gerade das Leid der s.g. "Strassentiere" trifft uns sehr. Durch Kastrationsaktionen und Aufklärung hoffen wir, grausame Vergiftungsaktionen in Zukunft zu vermeiden. Verletzte und/oder ausgesetzte Tiere versuchen wir, gesund zu pflegen, bestmöglich medizinisch zu versorgen, zu impfen, zu chipen und bei entsprechendem Alter auch zu kastrieren, um für sie dann ein schönes Zuhause in Deutschland, der Schweiz oder auch Frankeich zu finden.

So warten in unserer Pflegestation auf Kreta ständig um die 65 Hunde auf ein Zuhause. Aber auch 30-40 Katzen fanden hier Zuflucht.

In Rumänien sind wir nun seit Dezember vergangenen Jahres aktiv. Gerade in diesem sehr armen Land, ist es uns besonders wichtig, die Bevölkerung in unser Ansinnen mit einzubinden. Hier sind wir nun dabei, entsprechende Pflegestellen aufzubauen. Einige konnten wir schon finden und haben hier schwer, verletzte und kranke Hunde untergebracht.

Gerade in der vergangenen Woche brachten wir einen großen Futter- und auch Sachspendentransport, sowohl nach Kreta als auch nach Rumänien, auf den Weg. Insgesamt 9 hochgepackte Europaletten.

In unserem Zuhause in Frankreich leben ständig bis zu 10 Hunde, ein Kater und Kleintiere. Einige der Hunde bleiben aufgrund von Alter, Krankheit oder Handicap für den Rest ihres Lebens bei uns.

vitavegetare: Wie groß ist zur Zeit das Team von "Grenzenlose Tierliebe e.V."?

Ilona Baumeister Das "Team" besteht aus meinem Mann und mir, von welchen auch die komplette Organisation des Vereins sowie der damit verbundenen Aktivitäten übernommen wird.

Daneben unterstützt uns seit gut einem Jahr eine liebe Tierschützerin aus Pforzheim, durch gelegentliche Übernahme von Vorkontrollen, Flughafenfahrten und ist zudem seither auch Pflegestelle. Dann haben wir noch zwei weitere Pflegestellen im Raum Pforzheim. Die Hunde auf Kreta werden von einem englischen Ehepaar betreut und in Rumänien arbeiten wir mit verschiedenen Pflegestellen sowie zwei Helfern vor Ort zusammen.

Sämtliche Arbeit in allen Ländern erfolgt 100% ehrenamtlich.

vitavegetare: Wie kann man sich die tägliche Arbeit für den Verein vorstellen?

Thomas Baumeister von GRENZENLOSE TIERLIEBE e.V.
Ilona Baumeister Auf Kreta werden fast täglich ausgesetzte und/oder verletzte Tiere aufgefunden, welche dann wie bereits geschrieben, aufgepäppelt und gesund gepflegt werden, um sie dann auf die Reise nach Deutschland auch tiermedizinisch vorzubereiten. Ständig ca. 65 Hunde sowie zwischen 30 und 40 Katzen haben jeden Tag viel Hunger und dementsprechend kommt auch "hinten" was raus.

Das bedeutet, die großen Freiläufe, in welchen die Hunde in Rudeln untergebracht sind, müssen zwei Mal täglich gereinigt werden. Daneben sind diverse Fahrten zum Tierarzt (30 Minuten Fahrt einfach) notwendig.

Sobald die Hunde "ausreisefertig" sind, werden sie fotografiert, was sich gerade bei jungen Hunden nicht immer einfach gestaltet. Diese Bilder werden von uns dann, sowohl auf unserer Webseite, unter "Zuhause gesucht", als auch in verschiedenen Vermittlungsportalen, eingestellt.

Wenn dann DAS Traumzuhause gefunden wurde, müssen wir uns um eine entsprechende Flugmöglichkeit bemühen, was nicht immer ganz einfach ist. Während der Sommersaison (Mai-Ende Oktober) sind wir hierbei auf Flugpatenangebote angewiesen. In den Wintermonaten fliegen keine deutschen Airlines nach Kreta. Dies bedeutet, dass wir den Flug über eine griechische Airline buchen müssen, welche uns das Gewicht des Hundes, einschließlich Flugbox, berechnet. So kostet schon der Flug für einen recht kleinen und somit leichten Hund bereits um die 300 Euro.

Am Tag des Abflugs nach Deutschland, werden die Hunde dann auf Kreta zum ca. 2 Stunden Fahrzeit entfernten Flughafen gebracht.

In Deutschland heißt es zuvor, unter oftmals vielen Anfragen von Interessenten, wirklich DAS optimale Zuhause für jeden einzelnen Schützling zu finden, was nicht immer leicht ist. Lieber sagen wir jedoch einmal mehr "Nein" als einmal zu viel "Ja".

So konnten wir in den vergangenen Jahren schon sehr viele Hunde und auch Familien überglücklich machen. Fotos und Berichte findet man unter "Zuhause gefunden" auf unserer Webseite. Selbstverständlich besuchen wir jedes evtl. neue Zuhause vorab, um uns einen persönlichen Eindruck zu machen. Dies bedeutet oftmals lange Fahrstrecken, da wir alle Kontrollen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz selbst machen. Bei weiter entfernten Anfragen, übernehmen Tierschutzvereine vor Ort, die Vorkontrollen für uns. Im Gegenzug hierzu, machen auch wir im Raum Pforzheim Vorkontrollen für weiter entfernte Vereine.

Wenn der "große Tag", der Ausreise der Hunde, gekommen ist, treffen wir uns mit den Adoptivfamilien am Flughafen, um die Hunde in Empfang zu nehmen. Die Flugtransportboxen werden von uns dann, zur Wiederverwendung, gesammelt und mit der nächsten Futterlieferung wieder nach Kreta zurückgesendet. Die Adoptivfamilien nehmen ihr Schätzchen dann direkt mit zu sich nach Hause. Hunde, welche zunächst in einer Pflegestelle untergebracht werden, fahren wir dann zu den entsprechenden Stellen.

Aufgrund der Vielzahl an Tieren bei uns in Frankreich, muss natürlich auch ständig einer von uns Beiden anwesend sein, während der Andere oftmals in Deutschland, wenn nicht sogar auf Kreta, in Rumänien oder einem anderen Land, für den Tierschutz unterwegs ist.

vitavegetare: Alle Mitarbeiter/innen setzen sich für Tiere ein. Somit ist davon auszugehen, dass alle vegetarisch oder vegan leben?

Ilona Baumeister Dies sollte in der Tat so sein und wäre unser Herzenswunsch. In der Praxis ist dies, gerade wenn das Team etwas grösser werden soll, leider nicht durchführbar. Das heißt, uns sind zwar in den letzten 20 Jahren schon viele Vegetarier und auch Veganer begegnet. Mehr als die Hälfte davon waren keine Ethiker und die Anderen waren leider, bis auf wenige Ausnahmen, abgesehen vom Besuch der ein oder anderen Demo, nicht bereit, sich in ihrer Freizeit aktiv und ehrenamtlich für den Tierschutz einzusetzen.

Diese Ausnahmen und Aktiven zu finden, gestaltet sich dann wie die berühmte "Suche nach der Nadel im Heuhaufen".

Das heißt, würden wir nur auf die Mithilfe als auch Unterstützung von Vegetariern und Veganern "bauen", können wir das was wir täglich leisten, nicht leisten.

In den ersten Jahren waren wir zwei einsame "Streiter" auf weiter Flur. Wir haben durchgehalten, "geackert" bis zum Umfallen, bis der Samen, den wir gesäht hatten, endlich anfing "aufzugehen". Kleine Lichtlein am Horizont haben sich gezeigt. Unsere Bemühungen haben Erfolge gezeigt, doch wir mussten auch erkennen, wie schon in den vielen Jahren zuvor, dass wir lediglich vorleben können. In dem wir Andere verurteilen, erreichen wir nun das Gegenteil - nämlich Ignoranz und Ablehnung.

Anfang vergangenen Jahres haben wir jedoch mit der jungen Frau, welche uns seit dort aktiv unterstützt und auch als Pflegestelle zur Verfügung steht, die tolle Überraschung erlebt, dass sie durch unser Kennenlernen, zur Veganerin wurde.

Ein erster Schritt ist jedoch zunächst einmal, dass sich Menschen überhaupt für Tiere, auch wenn es vielleicht am Anfang "lediglich" Hunde, Katzen oder Pferde sind, interessieren und bereit sind sich für sie einzusetzen. Dann liegt es an uns, Ihnen verständlich zu machen und zu zeigen, dass es keine Unterschiede zwischen den einzelnen Tierarten und -gattungen gibt. Erst wenn diese Überzeugung zum Herzen gelangt, ist eine Sensibilisierung möglich und der nächste Schritt denkbar.

Wir haben noch einen langen Weg vor uns und wenn wir an die Abermillionen, armen Kreaturen denken, welche täglich gequält und abgeschlachtet werden, kommen uns schon so maches Mal Gedanken der Verzweiflung. Doch wenn wir verzweifeln und daran zerbrechen, können wir für keines dieser armen Geschöpfe mehr dasein. Deshalb leben wir den Tierschutz, aus ganzem Herzen, weiterhin vor und hoffen, dass uns noch möglichst Viele folgen werden...

vitavegetare: Was meinen Sie, lässt sich aktiver Tierschutz überhaupt mit dem Verzehr von Fleisch vereinen? Oder besteht hier nicht die Zwangsläufigkeit sich vegetarisch bzw. noch besser vegan zu ernähren?

Ilona Baumeister Für uns lässt es sich in keiner Weise vereinen - das Leid der für den menschlichen Konsum geopferten Kreaturen, von ihrer Geburt bis zur Ermordung, begleitet uns ständig.

Jeder, der sich als Tierschützer bezeichnet sollte selbstverständlich zumindest Vegetarier sein, besser noch Veganer. Denn mit dem Konsum von Milchprodukten und Eiern ist schließlich das gleiche Leid verbunden, wie mit dem Konsum von Fleisch.

Wenn alle Mitglieder von Tierschutzvereinen Vegetarier oder Veganer wären, wäre ein Riesenschritt getan. Aber wie ich bereits bei der vorherigen Antwort, ausführlich erläutert habe, ist dem nicht so. Die meisten setzen sich eben "nur" für die Ihnen angenehme Tierart ein, dies begründet die große Anzahl an Tierschutzvereinen, welche sich speziell für Hunde, Katzen, Pferde und vielleicht noch diverse Kleintiere, einsetzt. Mit Schweinen, Kühen, Hühnern usw. haben die wenigsten etwas "am Hut". Das heißt sie müssten sich, entsprechend ihrem Einsatz und ihrer Lebensweise dann eher als Hunde- oder Katzenschützer bezeichnen. Denn schon das Wort Tierschutz, sollte eigentlich den Schutz aller Tiere einschließen.

Wir selbst mussten in der Vergangenheit jedoch traurigerweise auch schon feststellen, dass es fast unmöglich ist, für Schweine, Kühe, Hühner usw., Spenden und Unterstützung zu bekommen. Hier sehen die Menschen wohl nicht ein für die Rettung oder Pflege eines dieser Tiere Geld zu spenden, wo sie doch jeden Tag für ein Stück totes Tier ebenso Geld ausgeben.

vitavegetare: Frau Baumeister, wie kamen Sie persönlich zur vegetarischen/veganen Lebensweise?

Ilona Baumeister Schon seit frühester Kinheit liebe ich Tiere über Alles. Nicht nur die kuscheligen und weichen, die man knuddeln kann. Schon als kleines Mädchen fand ich Würmer, Schnecken und Käfer genauso faszinierend. So ist es auch heute noch. Ich kann an keinem Würmchen auf der Strasse vorbeilaufen, ohne es aufzuheben und ins sichere Gras zu legen, damit es nicht zertreten oder überfahren wird.

Fleisch war mir schon damals suspekt und hat mir auch nicht geschmeckt. Ich ass jedoch Fisch sehr gerne und auch Käse. Oftmals habe ich schon zu dieser Zeit wochenlang, damals noch unbewusst, kein totes Tier gegessen. Noch heute frage ich mich, warum ich nicht schon viel früher zur veganen Lebensweise gekommen bin. Doch mir war zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst, dass es Menschen gab, die sich ständig so ernährten und einen Vegetarier oder Veganer, war mir bisher leider auch nicht begegnet.

Das Schlimme ist, dass sich all diese Tierquälereien, meist im ganz Verborgenen "abspielen" und dies tagtäglich, immer und überall. Verborgen vor den Blicken der Bevölkerung - verborgen vor Kinderaugen. Normalerweise sollte Alles was, wie man so schön sagt, nicht für "Kinderaugen" bestimmt ist, grundsätzlich verboten werden. Denn diese Quälerein sind unnormal und unfassbar.

Würde man in sämtlichen Städten die Verbrechen an Tieren, auf Großbildleinwänden zeigen, würde man sofort ein Verbot erhalten, unter dem Vorwand, dass dies nicht "zumutbar" wäre. Nicht zumutbar für die Menschheit zum Anschauen, aber zumutbar für die Tiere dies zu ertragen? Welch ein Irrsinn..

Wirklich bewusst wahrgenommen, habe ich die ganzen Grausamkeiten, welche mit dem Konsum von Fleisch in Verbindung stehen, erst durch die schockierenden Reportagen von Manfred Karremann. Aufgelöst in Tränen haben Thomas und ich jede Sendung verfolgt, eine tiefe Verachtung für die Menschheit empfunden und gleichzeitig eine immense Ohnmacht, verbunden mit dem Wissen, das dieses Unglaubliche sich tagtäglich milliardenfach auf dieser Welt wiederholt - bis heute.

Beim Anblick dieser Bilder kam auch das Gefühl in uns hoch, auf dieser Welt, mit Menschen, welche zu solchen Gräueltaten fähig sind, nicht mehr leben zu wollen. Doch damit hätten wir den Tieren in keiner Weise geholfen.

Deshalb wurden wir zunächst zu Vegetariern. Als Vegetarier besuchten wir dann regelmäßig ein veganes Restaurant, in der näheren Umgebung, den ehemaligen Birkenhof bei Bühl, in der Nähe von Baden-Baden. Nach einigen Besuchen kamen wir mit den Betreibern ins Gespräch, welche nach unseren Beweggründen für unseren Vegetarismus fragten. Wir sagten, dass wir den Tieren zu liebe kein Fleisch und keinen Fisch mehr essen würden. Darauf antworteten sie, dass wir dann zu Veganern werden müssten, denn nur so könnten wir das Leben der Tiere retten.

Wie? Wieso? Für die Milch und die Eier muss doch kein Tier sterben? waren die ersten Fragen womit wir sie überschütteten und welche wir selbst heute, ja immer wieder, von Menschen hören, welchen wir offenbaren, dass wir uns tierleidfrei ernähren. Nun wir blieben bis zum Morgengrauen in diesem Restaurant und diskutierten alles durch. Es war wie ein Vorhang, welcher sich plötzlich vor unseren Augen "lüftete" und uns wurden die ganzen Zusammenhänge mehr als klar. Als Vegetarier waren wir am Vorabend gekommen und als Veganer verliessen wir das Restaurant. Dies war der wichtigste und schönste Schritt in unserem Leben...

vitavegetare: Ihrer Webseite www.grenzenlose-tierliebe.de (Zuhause gefunden) ist zu entnehmen, dass Ihre Projekte sehr erfolgreich sind. Auf welche erreichten Erfolge der letzten Jahre sind Sie besonders stolz?

Ilona Baumeister Da Sie uns nun speziell auf "Zuhause gefunden" ansprechen, war jede einzelne Vermittlung ein großer Erfolg an sich. Denn es geht uns nicht darum möglichst viele Hunde zu vermitteln. Die Qualität einer jeden Vermittlung steht bei uns im Vordergrund. Es zu schaffen, für jeden einzelnen Schützling DAS optimale Zuhause zu finden, welches bestens zu ihr/ihm passt, ist wunderbar. Ein guter Kontakt zu den Adoptivfamilien, auch nach der erfolgten Vermittlung, liegt uns sehr am Herzen. Wir stehen den Adoptivfamilien stets mit Rat und Tat zur Seite.

Eine andere Art von Erfolg spüren wir aufgrund der Resonanz von den Menschen, seien es nun Adoptiveltern, Mitglieder, Spender oder Interessierte, welche uns mit lieben Zeilen und Telefonaten Mut machen und uns mitteilen, wie sehr sie unser Engagement schätzen. Natürlich lässt sich Tierschutz jedoch nicht alleine durch unsere eigene Tierliebe sowie die guten Worte von anderen Menschen betreiben. Ohne die dringend nötige finanzielle Unterstützung können wir nichts erreichen. Spenden stärken uns den Rücken und lassen uns noch viele Tiere vor dem sicheren Tod retten.

Ganz besonders freut uns auch, wenn sich andere Menschen an uns ein Beispiel nehmen. In diesem Moment findet nämlich schon ein ganz wichtiges Umdenken statt. Zu diesem Zeitpunkt haben sie zumindest verstanden, dass Das was den Tieren angetan wird, gerade auch im Hinblick auf den Fleischkonsum, absolut nicht in Ordnung ist. Dann geht es nur noch darum, wie jene Menschen, diese neue Erkenntnis, zunächst vielleicht in kleinen Schritten, in ihrem eigenen Alltag und Umfeld umsetzen und letztendlich auch an Andere weitergeben.

Gerade in Rumänien hat uns die große Armut der Bevölkerung sehr betroffen gemacht und wir haben uns entschlossen, auch jene Menschen, welche uns ihre Hilfe für Tiere in Not anbieten, mit dringend benötigten, für uns alltäglichen Dingen, sozusagen als Dankeschön, zu versorgen. Ihre Hilfe erfolgt ehrenamtlich, doch wir möchten Ihnen unbedingt etwas Gutes tun. Ein kleiner Aufruf an einige unserer Unterstützer, hatte große Wirkung und wir bekamen riesige Mengen an best erhaltenen, warmen Kleidungsstücken sowie Haushaltsgegenständen, Decken usw. gespendet. All diese Dinge gingen nun ebenfalls mit dem Hunde- u. Katzenfutter, Transportboxen, Leinen, Handtücher usw. auf die große Reise. Dort wird das Ganze schon sehnlichst erwartet, um dann entsprechend verteilt zu werden. Bei meinem Besuch vor zwei Monaten, hat mich die große Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit der Menschen, sehr berührt und ich wusste, dass diese, armen Menschen es nicht verstehen würden, wenn wir lediglich kämen um den Tieren zu helfen. Und auch mein Herz sagte mir, hier ist Beides sehr wichtig und kann nur "Hand in Hand" gehen - dann können wir auch Großes erreichen!

vitavegetare: Es gibt viele engagierte Vegetarier/Veganer. Wie können Menschen beim "Grenzenlose Tierliebe e.V." aktiv werden. Gibt es neben Spenden auch noch andere Möglichkeiten?

Ilona Baumeister Wie bereits geschrieben, haben sich uns bislang noch sehr wenige engagierten Vegetarier oder Veganer angeboten. Wir machen das Engagement hiervon auch nicht abhängig. Am besten organisierbar ist es für uns natürlich, zumindest im Moment, wenn Diejenigen im Großraum Karlsruhe - Pforzheim - Stuttgart leben, da unsere Einsätze meist von Pforzheim aus koordiniert werden.

Spenden sind natürlich das A und O, allein mit unserer Tierliebe kommen wir nicht weit und stossen schon sehr schnell an unsere Grenzen. Tierschutz kostet viel Geld, denn die Kosten für Tierfutter, Tierarzt sowie Medikamente sind hoch.

Wir selbst würden bei uns in Frankreich auch dringend, langfristige Unterstützung benötigen. Hier wäre es jedoch Voraussetzung, dass Die- oder Derjenige, mindestens Veganer, vielleicht sogar Rohköstler, wäre. Da unsere Tendenz eindeutig in diese Richtung geht. Hier würden wir dann Kost und Logis (biologisch) gegen Mithilfe im Täglichen anbieten. Doch so Jemanden zu finden ist natürlich sehr schwierig, weil es auch menschlich absolut passen muss, da wir dann ja unter einem Dach leben würden.

vitavegetare: Unsere Community für Vegetarier und Veganer www.vitavegetare.de ist seit 1. Oktober 2004 online. Seither registrierten sich schon mehr als 5000 Mitglieder. Viele sind dankbar für den Austausch mit Gleichgesinnten. Wie finden Sie diese Art der Vernetzung mit Hilfe persönlicher Profile und internem Mailingsystem.

Ilona Baumeister Ich finde den Grundgedanken sehr gut. Traurig ist, dass generell Portale auch oft von unseriösen, streitsüchtigen Menschen besucht werden, welche anscheinend keinen anderen Sinn im Leben sehen, als andere Menschen anzufeinden und zu defamieren. Aber solche gibt es leider überall.

Bislang war ich, u.a. aus diesem Grund auch mit einer Registrierung noch etwas "zögerlich". Außerdem finde ich, aufgrund meines Engagements im Tierschutz, eben auch recht wenig Zeit  hierfür.

Es ist auf jeden Fall eine ganz tolle Idee und ich hoffe und wünsche, dass sich schon viele Gleichgesinnte gefunden haben und noch finden werden.

vitavegetare: Was sind Ihre Wünsche und Ziele für die Zukunft? Welche Aktionen sind geplant?

Ilona Baumeister Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Menschen endlich begreifen, wie wunderbar diese Erde ist und dass es für alle Menschen ein Glück sein sollte darauf geboren worden zu sein!

Ich wünsche mir von Herzen, dass die Zerstörung dieser traumhaften, einzigartigen Natur sowie die unsagbare Qual der Tiere ein Ende hat!

Und ich wünsche mir viel mehr Liebe, Einsicht und auch Rücksicht unter den Menschen!

Wir werden weitermachen wie bisher, in der Hoffnung immer die nötige Kraft zu haben, die entsetzlichen Bilder, welche sich uns immer wieder offenbaren, zu ertragen und den Mut und die Energie zu haben, nicht daran zu verzweifeln.

Ihnen sage ich, auch im Namen der Tiere, ganz herzlichen Dank für dieses Interview.


vitavegetare: Frau Baumeister, vielen herzlichen Dank für das Interview. Wir hoffen auf eine gute Zukunft für den Verein "Grenzenlose Tierliebe e.V." und dass durch Ihre Arbeit noch tausende Tiere geholfen wird.


Weitere Informationen:
www.grenzenlose-tierliebe.de
Text: © vitavegetare.de, Bildmaterial: © Ilona Baumeister



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